Carsten Tag zu Besuch in Darmstadt – Unterstützung der Pflege

24. Januar 2024

Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen Carsten Tag besucht einen der größten diakonischen Träger in Darmstadt: die HDV gemeinnützige GmbH. Außerdem beschäftigt man sich intensiv mit dem Thema Pflege und stellt Forderungen an die Politik.

Während seines Besuchs in Darmstadt, begleitet von Sonja Driebold, Abteilungsleitung Gesundheit, Alter und Pflege, schaut sich der Vorstandsvorsitzende den Neubau des AGAPLESION HEIMATHAUS etwas genauer an. Die neue Geschäftsführerin der HDV Birgit Strack und Geschäftsführer von AGAPLESION WOHNEN & PFLEGEN SÜD Bernhard Pammer sowie die Einrichtungsleiterin des Hauses Susanne Kemmerer geleiten durch das Haus. Während der Führung können sich die Besucher:innen ein Bild von dem modern gestalteten und großzügig geschnittenen Neubau machen. Das nachhaltige Gesamtkonzept des KfW Effizienzhauses ist voll und ganz an den Bedürfnissen der Bewohner:innen ausgerichtet.

Auch kognitiv und demenziell eingeschränkte Senior:innen finden hier einen auf sie zugeschnittenen Platz zum Wohnen und Leben, stellt Tag fest, als auf Ebene 1 ein Zwischenstopp eingelegt wird: „Ein beschützter Wohnbereich wie der im AGAPLESION HEIMATHAUS ist von großer Bedeutung – nicht nur hier in Darmstadt. Besonders Angehörige wissen ihre demenziell erkrankten Verwandte, Freunde und Bekannte gut aufgehoben – nicht zuletzt wegen des liebe- und respektvollen Umgangs des speziell geschulten Personals“.

Apropos Personal: Das ruft in der Pflegebranche schon lange eine prekäre Situation hervor und so ist auch bei diesem Besuch das Thema schnell auf dem Tisch. Der Besuch aus der Diakonie Hessen hat sich dem Thema längst angenommen. Carsten Tag, Sonja Driebold und die Diakonie Hessen – genau wie Träger und Pflegeheime in Hessen auch – haben sich intensiv mit den hessischen „Pflege-Systemfehlern“ beschäftigt und unterstützen die Forderungen an die Politik. Die hat AGAPLESION WOHNEN & PFLEGEN SÜD unter der Leitung von Bernhard Pammer einmal genauer aufgeführt: „Die Schwierigkeiten in der Pflege rufen Probleme hervor, die jeden in Deutschland angehen – unabhängig von Parteizugehörigkeit, Konfession, Familienstand, Geschlecht, Alter oder Nationalität. Daher rufe ich erneut dazu auf gemeinsam mit den Trägern zukunftsweisende Lösungen zu schaffen“, erklärt Pammer.

Damit sich mehr Einrichtungen wie das AGAPLESION HEIMATHAUS auf den Weg der Weiterentwicklung und Modernisierung machen können, muss sich die neue Landesregierung wieder aktiv am Neu- und Ausbau der pflegerischen Infrastruktur beteiligen und drastisch die öffentliche Förderung erhöhen. Dazu gehören auch Investitionen in Maßnahmen zum Klimaschutz sowie der Klimaanpassung. Derzeit ist die Finanzierung der Baukosten pro Platz nicht ausreichend, weshalb notwendige Sanierungen oder Neubauprojekte viel zu selten durchgeführt werden können.

Kurzfristig braucht es für den Erhalt der pflegerischen Infrastruktur in Hessen ein Soforthilfeprogramm: für Modernisierungen der Gebäude und für Innovationen im Bereich der Versorgung. So können neue Versorgungsmodelle und Wohnformen für ältere Menschen weiterentwickelt und erprobt werden.

Aber auch die Verwaltungsprozesse (wie Entgeltverhandlungen, Anträge auf Sozialhilfe, Verfahren Ausbildungsfond) müssen dringend entbürokratisiert und digitalisiert werden. Zurzeit führen ausbleibende Geldzuflüsse der Sozialhilfeträger dazu, dass Einrichtungen vorfinanzieren müssen und sogar zunehmend in Liquiditätsengpässe geraten. 

Langfristig gesehen kommen wir nicht um eine grundlegende Pflegereform herum. Insbesondere die Kosten für Pflegebedürftige und ihr Angehörigen dürfen nicht ins unermessliche steigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt die tatsächliche Festschreibung des Eigenanteils der Versicherten. Das heißt, alle Pflegebedürftigen beteiligen sich mit einem festgelegten Eigenanteil an der Versorgung, alle darüber hinaus gehenden Kosten zahlen Pflege- und Krankenversicherung anteilig.

Die große Sammlung der Unterschriften zu den Systemfehlern in der Pflege soll den gewählten Abgeordneten bzw. dem Sozialminister übergeben werden.

Wer sich noch an der Unterschriftenaktion „Systemfehler in der Pflege“ beteiligen und seinen Beitrag zur Unterstützung der Pflege leisten möchte, findet unter www.hdv.agaplesion.de/systemfehler den Informationsflyer mit den Forderungen und der Unterschriftenliste.

Die Zeit läuft und es ist in vielen Punkten „5 nach 12“.

Besuch Carsten Tag

Zu Besuch im AGAPLESION HEIMATHAUS (v.l.n.r.): Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, Bernhard Pammer, Geschäftsführer AGAPLESION WOHNEN & PFLEGEN SÜD, Susanne Kemmerer, Einrichtungsleiterin AGAPLESION HEIMATHAUS, Birgit Strack, Geschäftsführerin HDV gemeinnützige GmbH und Sonja Driebold, Abteilungsleiterin Gesundheit, Alter und Pflege der Diakonie Hessen.